Oman Nr.3 mit Kindern

Nach fast zwei Jahren Pandemie wollen wir zum Jahreswechsel wieder einmal in ein exotisches Land verreisen. Und da bieten sich natürlich Gegenden an, die ein warmes und sonniges Klima haben als Kontrast zum üblichen Weihnachtsgrau in Deutschland. Aber auch die Einreiseformalitäten bzw. Coronabeschränkungen sowie die Verfügbarkeit von Transportmitteln oder Unterkünften spielen in Pandemiezeiten mittlerweile bei der Auswahl eine fast noch wichtigere Rolle.

Und so fiel unsere Wahl wieder einmal auf den Oman, zumal auch der bisherige 5-Jahres-Rhythmus genau passte: 2011 waren wir zu zweit unterwegs und 2016 war Isabella mit knapp 1,5 Jahren schon einmal dabei. Die Corona-Inzidenz im Land war um Weihnachten 2021 extrem niedrig, die Preise für Flüge und Mietauto im Vergleich zu früher aber natürlich gestiegen. Andrerseits sind wir jetzt auch zu viert unterwegs - und deshalb gönnen wir uns diesmal einen Geländewagen mit Dachzelt und kompletter Campingausrüstung. 

 

 

  • Annalena mit Zicklein in Nizwa
  • Omanischer Viehhändler in Nizwa
  • Isabella mit Zicklein in Nizwa
  • Veränderungen und Wetterkapriolen

    Schon bei der Ankunft stellen wir größere Veränderungen im Oman fest: der Flughafen ist komplett neu gebaut und der Verkehr hat deutlich zugenommen. Wir können aber am ersten Abend problemlos in der Nähe des Flughafens am Strand übernachten. Am nächsten Tag geht es wie üblich zunächst in den Supermarkt zum Großeinkauf von Lebensmittel und Getränken für die nächsten Tage - und schon am Abend sind wir wieder recht einsam im westlichen Hadschar-Gebirge.

    Das Wetter ist allerdings anfangs ungewöhnlich schlecht mit grauem Himmel und wolkenverhangenen Gipfeln. Hinzu kommt noch, dass beim traditionellen Viehmarkt in Nizwa fast alle Einheimischen und Besucher Masken tragen – ein starker Kontrast zu den bisherigen Erfahrungen. Und an Sylvester kommt es sogar zu einem richtigen Sturm und Gewitter. Das passierte so schlagartig, dass ich pitschnass bin, bis alles im Wagen und Dachzelt verstaut ist. Wegen des Wetters drehen wir deshalb unsere Reiseroute um und fahren zunächst in den Süden. Das östliche Hadschar-Gebirge ist touristisch noch kaum erschlossen, die Küste hingegen schon deutlich mehr. Es fällt auf, dass inzwischen auch viele Einheimische als Touristen unterwegs sind.  

     

    Klettersteig und Schlucht

    Danach geht es wieder zurück ins Hadschar-Gebirge – endlich auch bei strahlendem Sonnenschein. Zu viert wandern wir auf dem bekannten Balcony Walk hoch über dem Wadi Nakhar zu einem Ruinendorf. Doch dann steigen Isabella und ich mit Kletterausrüstung direkt hinauf zum Hochplateau des Jebel Shams. Das ist ein sehr steiler, luftiger Klettersteig der Kategorie C-D und der allererste für Isabella mit ihren 7 Jahren! Da wir unsere komplette Ausrüstung dabeihaben, können wir am nächsten Tag sogar alle zusammen im extrem scharfen Kalkgestein etwas herumklettern.

    Dann geht es nochmal zum Wadi Nakhar oder Wadi Ghul, dem Grand Canyon vom Oman, diesmal jedoch in den engen Schluchtgrund, den wir mit unserem Geländewagen befahren wollen. Wegen der sehr steilen Felswände auf beiden Seiten haben wir unten keinen Satellitenempfang und ich muss die Drohne zum Filmen etwas mühsam mit der Hand steuern.

    Schildkröten, Wadis und Sandwüste

    Zum Glück habe ich auf meinem GPS die alten Lagerplätze der bisherigen Reisen markiert und mit unserer bewährten Nachtplatz-App finden wir auch wieder neue schöne Plätze. So übernachten wir wieder hoch über unserem einsamen Schildkrötenstrand. Am nächsten Morgen finden wir erst eine tote und dann sogar noch eine verspätete Meeresschildkröte auf ihrem Weg zurück in den Ozean – für die Kinder natürlich ein ganz besonderes Erlebnis.

    Am gleichen Tag erreichen wir das bekannte Wadi Bani Khalid, wo wir im kristallklaren Wasser schwimmen und können den Abend bei einem Lagerfeuer ausklingen lassen. Und zwar genau an der Stelle, wo wir schon einmal vor 5 Jahren gestanden sind.

    Als Nächstes fahren wir in die Sanddünen der Al Wahiba-Wüste. Hier kann ich unseren Landcruiser so richtig testen und dabei filmen: die Drohnenaufnahmen sehen so aus, als ob ein elektrisches Spielzeugauto im Sandkasten herumsaust!

    Abschluss und Fazit

    Zwei Bergdörfer bilden den Abschluss unserer Reise: die Bilderbuchoase Misfah hat sich inzwischen durch den zunehmenden Tourismus deutlich verändert, während die Bergoase Balad Seed schwieriger zu erreichen ist und damit ihren ursprünglichen Charme besser erhalten hat.

     

    Kurz vor unserem Rückflug mitten in der Nacht beeindruckt uns in Muscat noch die neue Sultan Quaboos-Mosche, die zu den größten und eindrucksvollsten der Welt gehört.

    Fazit: Das Land selbst hat in den letzten 10 Jahre wieder einen gewaltigen Fortschrittssprung vollführt (mit riesigem Verkehrsausbau, sehr vielen neuen Gebäuden, aber auch mehr Tourismus und Staus in Großstädten). Ein Teil der reizvollen Ursprünglichkeit ist dadurch natürlich verlorengegangen, aber wir haben mit etwas Suchen trotzdem immer noch einsame Plätze mit Lagerfeuer sowie Outdoor- und Offroad-Abenteuer gefunden. Deswegen ist auch die nächste Reise in den Oman in 5 Jahren schon fest eingeplant!