
Aus dem Vulkanpark Auvergne westlich von Clermont-Ferrand entspringt der Fluss Dordogne, der nach knapp 500 km bei Bordeaux erst in die Gironde und kurz darauf in den Atlantik mündet. Im Oberlauf ist dieser Wasserweg durch große Stauseen zur Stromgewinnung gekennzeichnet, während er im Mittelteil über 150 Kilometer ein weitgehend naturbelassener Wildfluss ist, der nur durch zwei Wehre unterbrochen ist. Im weniger interessanten Unterlauf wird die Dordogne breit und träge sowie durch viele Wehre gebändigt.
Wir sind am Anfang zunächst fast alleine auf der Dordogne unterwegs – nur am ersten Tag haben wir ein Schweizer Paar getroffen, ebenfalls mit einem kleineren Grabner Adventure Boot. Am nächsten Tag setzen wir auf den ruhigeren Flussabschnitten erstmals unseren Elektromotor ein und kommen so auf ca. 30 km Fahrtstrecke. Allerdings müssen wir den Motor immer wieder aus dem Wasser hochziehen, da wir viele Kiesbänke passieren, mit denen wir teilweise auch Grundberührung haben. Manchmal bleiben wir zwischen den Steinen stecken oder müssen sogar aussteigen, um das Kanu wieder flott zu bekommen.
Trotzdem paddeln wir am nächsten Tag wieder nur mit unserem Boot und der ganzen Ausrüstung weiter. Wir landen nach 25 km bei einem Luxus-Campingplatz mit großen Schwimmbadrutschen, überteuerten Preisen und vielen Urlaubern aus England. Aber gerade hier müssen wir unser Kanu besonders lange schieben, bis wir unseren Nachtplatz auf der Anlage erreichen – aber zumindest die Kinder haben ihren Spaß!
Am nächsten Morgen kaufen wir erst mal im Supermarkt ein und fahren dann ca. 50 km nach Lascaux, der Höhle mit den berühmten Felsmalereien und UNESCO-Kulturerbe. Die Höhlenzeichnungen sind ca. 17000 Jahre und wurden 1940 entdeckt. Zum Erhalt der Original-Malereien wurde ein später eine naturgetreue Nachbildung der Höhle errichtet (Lascaux 2) und zuletzt sogar noch weitere Einzel-Kopien mit eindrucksvollen Multimedia-Effekten. Wir machen bei einer französischen Führung mit und ich schiesse viele Fotos von den eindrucksvollen und lebendigen Bildern.
unserer Kanutour her kennen. Von dort aus geht es zum nächsten Höhepunkt. Die Gouffre de Padirac ist eine Tropfsteinhöhle mit Besonderheiten: zuerst steigt oder fährt man etwa 100 m hinunter in ein riesiges Erdloch. Dann geht es neben einem Bach etwa 1 km zu Fuß ins Höhleninnere. Die Höhle ist durch einen unteririschen Fluss entstanden, der sich fast 20 km hinzieht. Mit kleinen Booten werden die Touristen als nächstes auf diesem Fluss einige Kilometer weiter zur Hauptattraktion transportiert, die wiederum zu Fuß zu begehen ist. Ein riesiger Höhlendom wartet hier mit vielen Treppen, kleinen Seen, fantastischen Tropfsteinformationen und professioneller Beleuchtung auf die Fotos der staunenden Besucher. Zusätzlich erfährt man über den mitgelieferten Audioguide in mehreren Sprachen Informationen über die Höhle und ihre spannende Entdeckung. Von all den Höhlen, die ich weltweit besichtigt habe, war dies tatsächlich in ihrer Gesamtheit die eindrücklichste.
eiter besuchen wir noch das bekannte Klosterstädtchen Rocamadour. Bei etwas trübem Wetter und sehr vielen Touristen kommt es jedoch keinesfalls an die Höhle von Padirac heran.